Heiligenrode (ilk). Sie waren
das Bilderbuchpaar im Heiligenroder Dressurviereck: Ingrid Wilkens und
die achtjährige Stute „Sherglana“.
Mit 773 Punkten ging der Sieg beim Turnier des RV Heiligenrode und
Umgebung der Dressurprüfung Klasse M ganz überlegen an die für den RSV
Roland startende Reiterin. „Der Schritt und die fliegenden
Galoppwechsel waren heute besonders gut“, beurteilte die Reiterin ihre
Vorstellung mit der dunkelbraunen Hannoverschen Stute. „Sie ist
einfach ein Verlasspferd und gibt sich immer Mühe“, so Wilkens. Mit
738 Punkten, und somit 35 Rückstand auf die Siegerin platzierte sich
Frank Ziegler vom Gastgeber RV Heiligenrode mit „Ramiro“ auf Platz
zwei. Platz drei (729 Punkte) ging ebenfalls an Ingrid Wilkens,
diesmal auf „Savaldo“.
Fast verpasst hätte Regina Ziegler ihren Start in der M-Dressur.
Sichtlich außer Atem nahm sie aus der Reithalle kommend die Abkürzung
am Dressurviereck entlang und galoppierte ohne Umwege in die Prüfung.
„Ich komme gerade aus der L-Dressur“, begründete sie ihre Eile. Was in
der L-Dressur bestens geklappt hatte, setzte sie mit einer
schwungvollen Vorstellung in der M-Dressur fort. So konnte sie bei der
anschließenden Siegerehrung auf dem Hauptplatz des Turniers die
silberne Schleife für die kombinierte L-Dressur mit Kür
entgegennehmen- und in der M-Dressur landete sie auf Platz fünf. Unter
großem Beifall legte das Ehepaar Ziegler für die Heiligenroder Fans
eine recht rasante Ehrenrunde hin. Dabei zeigte sich besonders, dass „Ramiro“,
dass ein sonst eher diszipliniertes Dressurpferd an einer
ausgelassenen Runde im gestreckten Galopp Heidenspaß hat. |
Nur zwei Teilnehmer hatten sich in der
Springprüfung Klasse M für das Stechen qualifiziert. Horst
Schlüsselburg vom Reitverein Steller See und „Alzaro W“ gingen als
erstes Paar in den Stechparcours. Am dritten Hindernis „parkte“ der
Fuchs allerdings, und die erlaubte Zeit wurde verfehlt. Acht
Fehlerpunkte in 46,15 Sekunden waren das Resultat dieses Rittes.
Werner Hagstedt (RV Ganderkesee) und „Sandmann“ ließen die Sache nun
ganz in ruhe angehen. Doch am vorletzten Hindernis fiel die Stange-
und ebenfalls mit zusätzlichen Fehlerpunkten beendete er mit elf
Fehlern in 48,73 Sekunden seine Runde. Mit unverhohlener Freude
empfing Horst Schlüsselburg nach einem vermeintlich schlechten Ritt
nun doch die goldene Schleife. Auf die Frage an den Parcourschef Heinz
Schröder, ob die erlaubte Zeit nicht etwas knapp bemessen war,
erklärte er: „Nee, Schlüsselburg hatte eine Verweigerung und „Hackl“
hat Kavaliersrunden geritten. Ich habe gleich gesehen, dass er
Zeitfehler in Kauf nimmt. Aber als er dann den Springfehler kassierte,
ging seine Rechnung nicht mehr auf.“
Besonders gute Leistungen zeigten die Heiligenroder Ponyreiterinnen,
allen voran Julia und Irina Dierks sowie Maja Knochenhauer, die
mehrere Siege und vordere Plätze einheimsten.
Organisatorisch hatte der Veranstalter mal wieder alles im Griff. Und
so konnten 670 Pferde in 30 Prüfungen an zweieinhalb Wettkampftagen
reibungslos an den Start gehen. Trotz der andauernden Regenfälle am
Samstag waren Dressur- und Springplatz gut bereitbar. |