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SUDWEYHE (ts)
"Es ist schön, morgens in den Stall
zu kommen, und die Pferde freuen sich", beschreibt Ingrid Wilkens
ihren Beruf. Die 35-Jährige ist "Bereiterin" auf dem
landwirtschaftlichen Pferdezuchtbetrieb von Hermann und Ursula
Kleemeyer in Sudweyhe. Und das bereits seit zehn Jahren.

"Es ist sehr ungewöhnlich, dass
jemand heutzutage noch so lange Zeit beim selben Betrieb tätig ist",
lobt der stellvertretende Kreislandwirt Bernd Drücker. Deshalb
überreichte er Ingrid Wilkens als Auszeichnung für ihr Engagement im
feierlichen Rahmen eine Urkunde. Ingrid Wilkens begann vor 17 Jahren,
ihr Hobby zum Beruf zu machen. "Eigentlich wollte ich Gärtnerin
werden", gesteht die Horstedterin. "Aber wenn man einmal mit dem
Reiten beginnt, lässt es einen nicht mehr los." Also machte sie ihren
Pferdewirt und anschließend eine Ausbildung zur Bereiterin.
"Normalerweise dauert die Ausbildung
drei Jahre", erklärt Ingrid Wilkens. Sie besteht aus der Praxis und
beinhaltet auch den Theorieteil Zucht und Haltung. "Da ich schon den
Baustein 'Pferdewirt' hatte, konnte ich die Lehre auf ein Jahr
verkürzen", berichtet sie. Aber was genau zeichnet eine "Bereiterin"
eigentlich aus? "In diesen Beruf fallen zahlreiche Aufgaben",
erläutert die 35-Jährige. |
Neben dem Füttern und Pflegen der
Pferde begleitet Ingrid Wilkens die Tiere auf Auktionen, wo sie den
potenziellen Käufern vorgestellt werden. Außerdem muss eine Bereiterin
Kenntnisse von der Veterinärkunde besitzen. So kann sie erkennen, ob
ein Pferd krank ist und ärztliche Behandlung braucht.
Vor allem aber ist sie bei den
Kleemeyers, die auch Pferde ins Ausland vermarkten, für die Ausbildung
der Dressurpferde zuständig. "Wir betreuen momentan mit drei Bereitern
30 Berittpferde", erzählt die Horstedterin. Auf Grund der integrierten
Pensionshaltung kommen noch etwa 30 Pferde hinzu, die gefüttert werden
möchten. "Es ist ein sehr schöner Beruf, inmitten der Natur und
umgeben von Tieren", schwärmt Ingrid Wilkens. Aber natürlich hat auch
er seine Schattenseiten. "Man muss schließlich auch im Winter bei
Minusgraden oder im Sommer bei Temperaturen um die 30 Grad in den
Stall und sich mit den Pferden beschäftigen", betont die 35-Jährige.
"Aber die Pferde danken es einem." Stolz ist Ingrid Wilkens vor allem,
wenn es ihr gelingt, einen Bezug zu temperamentvollen, wilden Pferden
aufzubauen und diese ein Stück weit zu zähmen.
Aber auch die Erfolge auf Turnieren
lassen das Herz einer Bereiterin höher schlagen. "In diesem Beruf muss
man sich schließlich einen Namen machen, um weiter zukommen", erklärt
sie. So ritt Ingrid Wilkens schon beim Bundeschampionat, und im
vergangenen Jahr wurde sie Bremer-Vize-Meisterin. Als Bereiterin
möchte die 35-Jährige auch noch die nächsten zehn Jahre arbeiten, am
liebsten auf dem Hof Kleemeyer. "Und wenn die körperliche Fitness
nachlässt, kann ich immer noch unterrichten", erklärt Ingrid Wilkens.
"Es gibt anschließend immer Möglichkeiten." |