Bremen. Bei den Meisterschaften der
Dressur-Senioren im Bremer Reiterverband zeichnet sich ein erneuter
Erfolg der Titelverteidigerin Ingrid Wilkens ab. Die wollte gestern
Abend, nach ihrem zweiten Sieg, allerdings noch keine
Vorschusslorbeeren ernten. "Erstmal abwarten", sagte sie bescheiden.
Gefeiert wurde trotzdem, aus buchstäblich güldenen Gründen. Die
37-jährige ist jetzt Trägerin des Goldenen Reitabzeichens der
Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Für die Erfüllung der hohen
Voraussetzungen - zehn Siege in der schweren Klasse - erhielt sie im
Rahmen des Turniers auf dem Gelände des Hubertus RV die begehrte
Auszeichnung.

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Und allein schon deswegen stieg am
Abend auf dem Hof Kleemeyer in Sudweyhe, wo Ingrid Wilkens schon seit
13 Jahren als Pferdewirtin wirkt, eine große Stallparty. "Ich freue
mich so, diese Auszeichnung ist etwas ganz Besonderes" erläuterte
Wilkens, "irgendwie schon wahnsinnig". Vor allem in diesem Jahr
klappte alles klasse: Allein acht Siege kamen zusammen.
Kleemeyers stellen der exzellenten Berufsreiterin ausgezeichnete
Pferde zur Verfügung - beispielsweise die zwölfjährige Hannoveranerin
Sherglana, mit der Wilkens
auch die zweite Wertungsprüfung gewann. Nicht so deutlich wie am
Vortag, aber immerhin. Für ihre Vorstellung auf Sherglana erhielt
Wilkens vom Richtergremium 837 Punkte, drei mehr als ihr
wahrscheinlich größter Widersacher, der Bremer Serienmeister Peter
Koch (RFC Niedervieland). Koch landete mit seinem Top-Pferd, dem
Trakehner Konradi mit 834 Zählern auf Rang zwei. Zwischen diesen
beiden Routiniers in der Bremer Dressurreiterei sollte sich die
Meisterschaft heute entscheiden. Die gestrige Hauptprüfung, den Prix
St. Georges, bestritten nicht nur die Bremer Kandidaten. Die
Meisterschaften sind in das traditionelle Hubertus-Dressurturnier
integriert. Inga von Helldorf (RV Zeven) "focht" sich mit ihrem Pferd
Florett beachtlich durch und wurde am Ende mit 831 Punkten Dritte. Ein
Doppelschlag gelang dem ehemaligen Verdener Auktionsreiter Jörn
Kubelke (RV Aller-Weser): Vierter mit Cantanzaro, Fünfter mit
Bramante. Diesen (geldwerten) Rang teilte er sich wiederum mit Ingrid
Wilkens, die auch mit dem elfjährigen Hannoveraner
Savaldo erneut glänzte.
Jeweils 818 Punkte ließen die Mitglieder der Jury für beide
Vorstellungen springen. |